Orchestermusiker und Zahnarzt

Andreas Imkampe ist seit vielen Jahren Mitglied des Heilbronner Sinfonie-Orchesters

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Ein typischer Wochentag sieht für Andreas Imkampe zum Beispiel so aus: Morgens mit dem Hund raus, dann ein Achtstundentag in der Praxis, anschließend ist eine Stunde mit Verwaltungstätigkeiten ausgefüllt und dann übt er eine Stunde lang Horn. Jeden Tag eine Stunde? Der Zahnarzt lacht. Er übt tatsächlich fast täglich, außer im Sommer, wenn das Orchester Spielpause hat. Langweilig oder zu anstrengend ist ihm das offenbar nicht. „Wenn man sein Niveau halten will, muss man dafür arbeiten“, sagt er.

Und das Niveau will er auf jeden Fall halten. Vor 20 Jahren war der Zahnarzt im Orchester als erster Hornist für die Solopassagen zuständig. Inzwischen hat er die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, die Hornisten einzuteilen. Sich selbst hat er die Rolle des vierten Hornisten übertragen. „Man muss den jungen Musikern irgendwann den Vortritt lassen“, sagt er ohne Groll. Das Heilbronner Sinfonie-Orchester spielt jährlich etwa zehn Konzerte. Zusätzlich hat Imkampe oft weitere Engagements, meistens von Kirchengemeinden.

Diese haben in der Regel kein eigenes Orchester, sondern kaufen sich ihre Musiker für jedes Konzert extra ein. „Manchmal ist es wirklich eine Ehre, dass man eingeladen wird“, erzählt der Zahnarzt. So wurde er kürzlich vom Kantor des Deutschordensmünsters St. Peter und Paul Heilbronn als Solist verpflichtet. Zwei Tatsachen belegen den hohen Qualitätsanspruch dieser Konzertreihe: Erstens spielte hier vor einem Jahr ein Musiker von Weltrang mit: der Fagottist Prof. Marc Engelhardt von der Stuttgarter Musikhochschule nämlich. Und zweitens übte Imkampe in den drei Wochen vor seinem Auftritt tatsächlich zwei Stunden pro Tag! „Man möchte doch abliefern können, was erwartet wird“, kommentiert er lächelnd.